Fachbegriff

DT-Schnur

DT-Schnur bezeichnet eine doppelt verjüngte Fliegenschnur (Double Taper) mit symmetrischem Profil: dicker Mittelteil, an beiden Enden gleich verjüngt. Sie ist wendbar und ideal für Rollwurf und feine Präsentation.

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Bei der Wahl der Fliegenschnur stehen sich zwei klassische Profile gegenüber: die Keulenschnur und die doppelt verjüngte Schnur. Während heute die meisten Ruten mit einer WF-Schnur gefischt werden, hat die DT-Schnur in bestimmten Situationen klare Vorteile. Sie gilt als die Schnur für feine Präsentation, saubere Rollwürfe und ruhiges Fischen auf kurze bis mittlere Distanz. Hier erfährst du, wie sie aufgebaut ist, worin sie sich von anderen Profilen unterscheidet und für wen sie sich lohnt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Abkürzung: DT steht für Double Taper, also doppelt verjüngt.
  • Aufbau: Symmetrisch: lange, gleich dicke Mitte, an beiden Enden die gleiche Verjüngung.
  • Wendbar: Ist ein Ende abgenutzt, drehst du die Schnur auf der Rolle einfach um.
  • Stärken: Rollwurf, Mending und weiche Präsentation auf kurze bis mittlere Distanz.
  • Grenzen: Für Weitwürfe und das Schießenlassen von Schnur weniger geeignet als eine WF-Schnur.

Wie ist eine DT-Schnur aufgebaut?

Eine DT-Schnur besteht aus einem langen Mittelteil, dem sogenannten Bauch, der über fast die gesamte Länge den gleichen Durchmesser hat. An beiden Enden verjüngt sich die Schnur gleichmäßig zur Spitze hin. Die beiden Hälften sind spiegelbildlich, es gibt also kein festes Vorder- und Hinterende. Übliche Fliegenschnüre sind rund 27 bis 30 Meter lang; genaue Längen und Profilmaße findest du in den Angaben des Herstellers.

Gekennzeichnet wird die Schnur nach dem AFTMA-Schema, zum Beispiel DT5F: DT für das Profil, 5 für die Schnurklasse und F für floating, also schwimmend. Die Klasse richtet sich nach dem Gewicht der ersten 30 Fuß – bei Klasse 5 sind das 140 Grain. Eine DT5 und eine WF5 wiegen auf diesen ersten Metern also ungefähr gleich viel und passen zur selben Rute.

DT-Schnur oder WF-Schnur?

Der Unterschied liegt hinter den ersten Metern. Bei der WF-Schnur folgt auf die Keule eine dünne Schussschnur, bei der DT-Schnur bleibt der dicke Bauch erhalten. Das hat Folgen für Würfe und Schnurkontrolle:

MerkmalDT-Schnur (Double Taper)WF-Schnur (Weight Forward)
ProfilSymmetrisch, durchgehend dicker BauchGewicht vorn in der Keule, danach dünne Schussschnur
RollwurfSehr gut, auch mit viel SchnurGut, solange die Keule vor dem Spitzenring liegt
MendingLeicht, auch auf größere DistanzSchwieriger, sobald dünne Schussschnur draußen ist
WeitwurfBegrenzt, schießt wenig SchnurStärke dieses Profils
LebensdauerWendbar, zwei Spitzen nutzbarNur ein vorderes Ende
Platz auf der RolleBraucht mehr Volumen, weniger BackingBraucht weniger Volumen
Typischer EinsatzBach, kleiner Fluss, Trockenfliege, NassfliegeUniversell, Wind, Streamer, große Fliegen

Weil die DT-Schnur auch weit draußen noch Masse hat, lässt sie sich mit einem Rollwurf sehr gut abrollen und auf dem Wasser umlegen. Für das Mending gilt das Gleiche: Die Schnur reagiert präzise auf die Rutenbewegung. Bei weiten Würfen und Wind bremst der dicke Bauch dagegen im Spitzenring – hier ist die WF-Schnur im Vorteil.

Für wen eignet sich eine DT-Schnur?

Eine DT-Schnur passt gut, wenn du überwiegend auf kurze und mittlere Distanz fischst, etwa an Bächen und kleinen bis mittleren Flüssen auf Forelle und Äsche. Mit Trockenfliegen und Nassfliegen spielt sie ihre feine Präsentation aus. Auch für leichte Klassen von #2 bis #5 ist sie beliebt, vor allem an Ruten mit weicher Rutenaktion, die gern mit gleichmäßigem Gewicht über die ganze Wurflänge geladen werden.

Weniger geeignet ist sie für das Streamerfischen auf Hecht, für große, windanfällige Fliegen oder für Würfe, bei denen du viel Schnur schießen lassen musst. Dafür sind Keulenschnüre oder ein Schusskopf die bessere Wahl. Eine Übersicht über Profile findest du bei unseren Fliegenschnüren.

So wendest du eine DT-Schnur

  1. Schnur komplett von der Rolle abziehen und locker in großen Schlaufen ablegen oder auf eine zweite Spule wickeln.
  2. Verbindung zum Backing am bisherigen hinteren Ende lösen.
  3. Das bisher vordere, abgenutzte Ende mit dem Backing verbinden, etwa mit einer Schlaufenverbindung oder einem Nagelknoten.
  4. Schnur unter leichter Spannung gleichmäßig aufspulen.
  5. Am neuen vorderen Ende eine Schlaufe anbringen oder das Vorfach direkt verbinden.

Typische Fehler

  • Zu viel Backing aufgespult: Die DT-Schnur braucht mehr Platz; die Rolle läuft sonst über und die Schnur klemmt.
  • Weitwürfe erzwingen: Mit DT lieber näher herangehen, statt den Bauch mit Gewalt durch die Ringe zu treiben.
  • Klasse falsch gewählt: Wer viel Schnur in der Luft hält, belastet die Rute stärker; im Zweifel bei der empfohlenen Klasse bleiben.
  • Wenden vergessen: Eine rissige Spitze schwimmt schlechter; das zweite Ende ist oft noch wie neu.

Praxistipp von Flylures

Unser Tipp: Für den Forellenbach mit vielen kurzen Würfen und Rollwürfen ist eine schwimmende DT-Schnur eine sehr gute Wahl, die durch das Wenden lange hält. Wer dagegen mit einer Rute alles abdecken möchte, fährt mit einer WF-Schnur flexibler. Bei der Abstimmung von Rute, Schnur und Rolle helfen wir dir gern über unser Kontaktformular.

Häufige Fragen zu DT-Schnur

Was bedeutet DT bei einer Fliegenschnur?

DT steht für Double Taper, also doppelt verjüngt. Die Schnur hat einen langen, gleich dicken Mittelteil und an beiden Enden die gleiche Verjüngung.

Kann man eine DT-Schnur umdrehen?

Ja, weil beide Enden identisch sind. Ist die vordere Spitze abgenutzt, spulst du die Schnur ab und verbindest das andere Ende mit dem Backing.

Ist eine DT-Schnur besser für den Rollwurf?

Ja, der durchgehend dicke Bauch überträgt auch bei viel Schnur draußen genug Energie. Deshalb gilt die DT-Schnur als besonders gutmütig beim Rollwurf und beim Mending.

Kann ich eine DT5 an einer Rute der Klasse 5 fischen?

Ja, die Schnurklasse bezieht sich auf das Gewicht der ersten 30 Fuß. Eine DT5 und eine WF5 sind auf diese Länge etwa gleich schwer und passen zur selben Rute.

Warum passt weniger Backing auf die Rolle?

Die DT-Schnur ist über fast die ganze Länge dick und braucht daher mehr Volumen als eine WF-Schnur. Entsprechend bleibt weniger Platz für Backing.

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