Der Hecht hat ein Maul voller scharfer Zähne, und auch seine Kiemendeckel haben scharfe Kanten. Ein normales Vorfach aus Monofil oder feinem Fluorocarbon wird dabei oft mit einem einzigen Biss durchtrennt. Der Fisch schwimmt dann mit dem Streamer im Maul davon. Ein Bissschutz verhindert das und ist deshalb beim Fliegenfischen auf Hecht unverzichtbar. Hier erfährst du, welche Materialien es gibt, wie lang der Bissschutz sein sollte und wie du ihn richtig verbindest.
Das Wichtigste in Kürze
- Aufgabe: Der Bissschutz ist das letzte Stück des Vorfachs und hält den Zähnen des Hechts stand.
- Länge: Etwa 30 bis 50 cm, bei großen Fischen und Streamern eher länger.
- Materialien: Stahl, Titan bzw. Nickel-Titan oder sehr starkes Fluorocarbon.
- Sicherheit: Stahl und Titan gelten als beißsicher, Fluorocarbon nicht vollständig.
- Kontrolle: Nach jedem Fisch prüfen und beschädigte Stücke sofort ersetzen.
Warum du einen Bissschutz brauchst
Beim Fliegenfischen auf Forelle endet das Vorfach in einem feinen Tippet. Beim Hecht wäre das fatal. Er packt den Streamer quer und nimmt ihn oft tief ins Maul. Dabei liegt das Vorfach direkt zwischen den Zähnen. Ein Bissschutz sorgt dafür, dass der Fisch sicher gelandet werden kann und nicht mit einem Haken im Maul verloren geht. Das ist eine Frage des Fangerfolgs und genauso eine Frage der Verantwortung gegenüber dem Fisch.
Auch andere Raubfische wie Zander haben spitze Zähne. Wer gezielt auf Hecht fischt oder in einem Gewässer mit Hechtbestand Streamer wirft, sollte den Bissschutz deshalb immer montiert haben.
Materialien im Vergleich
| Material | Vorteile | Nachteile | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| Stahl (geflochten, beschichtet) | Beißsicher, günstig, teils knotbar | Knickt, sichtbarer, Knicke schwächen das Material | Einsteiger, trübes Wasser, große Hechte |
| Titan / Nickel-Titan | Beißsicher, knickfest, springt in Form zurück, dünn | Teurer, Knoten muss sauber sitzen | Alle Situationen, viel Fischkontakt |
| Starkes Fluorocarbon | Sehr unauffällig, geschmeidig, einfach zu knoten | Nicht vollständig beißsicher, nutzt sich ab | Klares Wasser, vorsichtige Hechte |
Stahl
Geflochtener, kunststoffbeschichteter Stahl ist der Klassiker. Er wird mit Klemmhülsen verbunden, weiche Varianten lassen sich auch knoten oder zu einer Schlaufe verschmelzen. Ein Knick schwächt das Material und lässt den Streamer schief laufen, deshalb gehört geknickter Stahl sofort ausgetauscht.
Titan und Nickel-Titan
Nickel-Titan ist sehr elastisch und springt nach dem Verbiegen in seine ursprüngliche Form zurück. Das Material ist dünn, beißsicher und hält oft mehrere Fische aus. Verbunden wird es häufig mit einem Clinchknoten mit mehreren Windungen, der sorgfältig festgezogen werden muss.
Fluorocarbon
Fluorocarbon ist im Wasser kaum sichtbar und lässt den Streamer frei spielen. Als Bissschutz kommen aber nur sehr starke Durchmesser infrage, und auch dann ist es nicht vollständig beißsicher. Ein Hecht, der tief inhaliert, kann es durchtrennen.
So baust du den Bissschutz ein
- Binde an das Ende des Hauptvorfachs einen Vorfachring.
- Schneide 30 bis 50 cm Bissschutz ab.
- Verbinde ein Ende mit dem Vorfachring: Nickel-Titan mit einem Clinchknoten mit mehreren Windungen, Stahl mit Klemmhülse, Knoten oder Schlaufe je nach Material.
- Befestige den Streamer am anderen Ende mit einer offenen Schlaufe oder einem Einhänger, damit er frei spielen kann.
- Prüfe alle Verbindungen mit kräftigem Zug, bevor du den ersten Wurf machst.
Das gesamte Hechtvorfach ist meist 1 bis 2 Meter lang. Wie die übrigen Teile zusammenpassen, erklärt unser Ratgeber zum Hechtvorfach beim Fliegenfischen. Material findest du unter Hechtvorfach.
Typische Fehler
- Kein oder zu kurzer Bissschutz: Der häufigste Grund für verlorene Hechte samt Streamer.
- Geknickten Stahl weiterfischen: Er ist geschwächt und lässt den Streamer unsauber laufen.
- Fluorocarbon für beißsicher halten: Es nutzt sich ab und muss nach jedem Biss geprüft werden.
- Schlecht festgezogener Knoten: Besonders bei Titan rutscht ein lockerer Knoten unter Last auf.
Praxistipp von Flylures
Unser Tipp: Fahre nach jedem Hecht mit den Fingern über den Bissschutz. Spürst du Riefen, Knicke oder aufgeraute Stellen, wechsle ihn sofort. Mit einem Vorfachring dauert das nur eine Minute und spart dir im Zweifel den nächsten, vielleicht größeren Fisch. Prüfe außerdem die Regeln deines Gewässers, denn manche Gewässerordnungen schreiben einen Bissschutz aus Stahl oder Titan vor.
Häufige Fragen zu Bissschutz
Wie lang muss ein Bissschutz beim Fliegenfischen sein?
Etwa 30 bis 50 cm. 30 cm gelten als Minimum, bei großen Hechten und großen Streamern sind 40 bis 50 cm sicherer, weil der Hecht den Streamer tief nehmen kann.
Ist Fluorocarbon als Bissschutz sicher?
Nicht vollständig. Auch sehr starkes Fluorocarbon kann von Hechtzähnen durchtrennt werden. Es eignet sich vor allem für sehr klares Wasser und muss nach jedem Biss kontrolliert werden.
Was ist besser: Stahl oder Titan?
Beide sind beißsicher. Stahl ist günstiger, knickt aber und muss danach ersetzt werden. Nickel-Titan springt nach dem Verbiegen in seine Form zurück und hält dadurch meist länger.
Wie verbinde ich den Bissschutz mit dem Vorfach?
Am einfachsten über einen Vorfachring zwischen Hauptvorfach und Bissschutz. So kannst du einen beschädigten Bissschutz wechseln, ohne das ganze Vorfach neu zu binden.
Ist ein Bissschutz Pflicht?
Das hängt vom Gewässer ab. Manche Gewässerordnungen schreiben beim Fischen auf Raubfische einen Bissschutz aus Stahl oder Titan vor. Prüfe die Bedingungen deines Erlaubnisscheins und die Regeln deines Bundeslandes.