Fachbegriff

Dropper

Dropper bezeichnet eine zweite Fliege, die zusätzlich zur ersten am selben Vorfach fischt, angeknotet am Hakenbogen oder an einem kurzen Seitenarm. Auch die Montage selbst heißt so, im Deutschen auch Springer.

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Zwei Fliegen bieten dir gleichzeitig zwei Chancen: Die eine treibt an der Oberfläche oder knapp darunter, die andere sinkt tiefer oder zeigt dem Fisch ein anderes Futter. Genau dafür gibt es den Dropper. Er gehört an Forellenflüssen zum Alltag, bringt aber mehr Verwicklungen und im Drill zusätzliche Risiken mit sich. Hier erfährst du, welche Anbindung wann passt, welche Abstände sich bewährt haben und worauf du am Wasser achten solltest.

Das Wichtigste in Kürze

  • Prinzip: Zwei oder mehr Fliegen fischen am selben Vorfach in unterschiedlicher Tiefe oder mit unterschiedlichem Reiz.
  • Anbindung: Am Hakenbogen, am Öhr der ersten Fliege oder an einem Seitenarm aus dem Vorfachknoten.
  • Dry-Dropper: Eine gut schwimmende Trockenfliege trägt eine Nymphe und zeigt zugleich den Biss an.
  • Abstand: Richtet sich nach der Wassertiefe. Häufiger Startwert sind 40 bis 60 cm, über 90 cm wird das Werfen deutlich schwieriger.
  • Regeln: Die Zahl der erlaubten Fliegen ist je Gewässer verschieden. Maßgeblich sind Gewässerordnung und Erlaubnisschein.

Wie funktioniert ein Dropper?

Das Wort wird in zwei Bedeutungen benutzt. Beim klassischen Seitenarm sitzt der Dropper oberhalb der Endfliege, die Endfliege bildet das Ende des Vorfachs. Beim Dry-Dropper und vielen Nymphenmontagen hängt der Dropper dagegen unter der ersten Fliege.

Wie tief die Fliegen fischen, entscheidet die Gewichtsverteilung, nicht allein die Reihenfolge. Eine schwere erste Nymphe und ein unbeschwerter Dropper laufen oft in ähnlicher Tiefe. Sollen beide Fliegen wirklich unterschiedlich tief fischen, braucht der Dropper eigenes Gewicht oder deutlich mehr Abstand.

Hakenbogen, Seitenarm oder Öhr?

Eine allgemein beste Anbindung gibt es nicht, die Meinungen gehen auseinander. Entscheidend sind Fliegentyp und Methode.

AnbindungSo geht esStärkeSchwäche
HakenbogenTippet mit dem Clinch-Knoten um den Bogen der ersten FliegeEinfach, nachträglich möglich, verwickelt wenigKnoten kann bei Haken ohne Widerhaken abrutschen und die Bewegung der ersten Fliege bremsen
SeitenarmEin Ende eines Vorfachknotens stehen lassen, etwa 8 bis 20 cmFliege bleibt beweglich, klassisch beim Nassfliegen und NymphenMuss vorgeplant werden, längere Arme verwickeln leichter
ÖhrZweites Tippet am Öhr der ersten Fliege anknotenHakenbogen bleibt freiZwei Knoten auf engem Raum
TippetringKurzes Stück zur ersten Fliege, langes Stück zum Dropper am VorfachringBeide Fliegen sind schnell getauschtZusätzliches Bauteil am Vorfach

Seitenarm richtig knüpfen

Standard ist heute ein dreifacher Chirurgenknoten, früher war es der Blutknoten. Verwende für die Fliege das Ende, das nach dem Knoten nach unten zur Endfliege zeigt. Es stammt vom oberen Vorfachstück, und der Zug des Fisches zieht den Knoten dadurch zu. Das andere Ende schneidest du ab. Je kürzer der Arm, desto seltener verwickelt er sich um das Vorfach.

Welcher Abstand passt?

Einen festen Standard gibt es nicht. Maßgeblich sind Wassertiefe, Strömung und das Gewicht der Nymphe. Die Werte sind Startpunkte.

SituationAbstand zwischen den Fliegen
Fische stehen knapp unter der Oberflächeca. 15 cm
Beginnender Schlupfca. 45 cm
Flache Rinne oder Uferzone bis ca. 60 cm Tiefeca. 60 cm
Fische dicht am Grund im Flachenca. 75 cm
Zwei Nymphen, am Hakenbogen verbundenmindestens ca. 40 cm
Drei Nassfliegen am Vorfach von 2,7 bis 3 mca. 60 bis 90 cm, unterer Abstand größer als oberer

Beim Fliegentrio gilt als Faustregel: Der Abstand von der Endfliege zur mittleren Fliege sollte mindestens das Anderthalbfache des Abstands von der mittleren zur oberen Fliege betragen, sonst steigt die Gefahr von Verwicklungen. Mehr dazu unter Nassfliege.

Dry-Dropper richtig aufbauen

  1. Wähle eine sehr gut schwimmende, sichtbare Trockenfliege, die das Gewicht der Nymphe tragen kann.
  2. Fische ein eher kurzes Vorfach von etwa 2,3 m, damit sich die Montage sauber streckt.
  3. Knote ein Stück Tippet an den Hakenbogen. Üblich ist 5X, bei kräftiger Strömung und großen Fliegen 3X bis 4X, bei sehr kleinen Nymphen 6X.
  4. Nimm für den Dropper bevorzugt Fluorocarbon, weil es schneller sinkt als Nylon.
  5. Knote eine Goldkopfnymphe an, die zur Tragkraft der Trockenfliege passt. Geht die Trockenfliege unter oder stoppt sie, setzt du den Anhieb.

Risiken und typische Fehler

  • Verwicklungen: Zwei Fliegen verheddern sich leichter. Wirf ruhiger und mit offener Schlaufe.
  • Hängende Zweitfliege im Drill: Die freie Fliege kann sich an Kraut oder Holz festsetzen, während ein Fisch an der anderen hängt, und ihn so kosten.
  • Kescher: Die zweite Fliege verhakt sich gern im Netz, bevor der Fisch darin liegt.
  • Fremdhaken: Bei zu kurzem Abstand kann die zweite Fliege den Fisch außen treffen. Mehr Abstand und ein schneller Anhieb helfen.
  • Regeln übersehen: Manche Gewässer erlauben nur eine Fliege oder Hakenspitze, andere einen Springer oder mehrere. Prüfe das vor dem Anknoten.

Praxistipp von Flylures

Unser Tipp: Beginne mit der Hakenbogen-Montage und rund 50 cm Tippet. Rutscht der Knoten bei Haken ohne Widerhaken ab, knüpfe den Clinch-Knoten zuerst ins Tippet und schiebe die fertige Schlaufe über die Hakenspitze in den Hakenbogen. Bei großen Fischen, viel Kraut oder engem Holz fischst du besser nur eine Fliege. Tippet und Ringe für solche Montagen findest du unter Vorfach und Zubehör.

Häufige Fragen zu Dropper

Was ist ein Dropper beim Fliegenfischen?

Ein Dropper ist eine zweite Fliege am selben Vorfach. Sie wird am Hakenbogen oder Öhr der ersten Fliege oder an einem kurzen Seitenarm befestigt, damit du zwei Fliegen gleichzeitig anbieten kannst.

Wie lang sollte das Tippet zwischen zwei Fliegen sein?

Ein gängiger Startwert sind 40 bis 60 cm. Passe den Abstand an Wassertiefe, Strömung und Gewicht der Nymphe an.

Was ist besser: Hakenbogen oder Seitenarm?

Die Montage am Hakenbogen ist einfacher und verwickelt meist weniger. Der Seitenarm lässt der Fliege mehr Freiheit und ist beim Nassfliegenfischen klassisch.

Was bedeutet Dry-Dropper?

Beim Dry-Dropper trägt eine gut schwimmende Trockenfliege eine Nymphe, die darunter hängt. Die Trockenfliege fängt selbst Fische und arbeitet zugleich als Bissanzeiger.

Darf ich überall mit zwei Fliegen fischen?

Nein, das ist je Gewässer unterschiedlich geregelt. Manche Ordnungen erlauben nur eine Fliege, andere einen oder mehrere Springer. Lies deshalb immer die Gewässerordnung und deinen Erlaubnisschein.

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